Was man von Steve Jobs, Oprah Winfrey und Barack Obama für seine Reden lernen kann

Ein Gastbeitrag von Marion Koppitz 

Es gibt Menschen, die die geborenen Speaker sind. Die Vorträge sind rhetorisch unterhaltend und inhaltlich kann man eine Menge rausziehen. Da kann man nicht anders als ihnen zuzuhören – und sich zu wünschen, bei der eigenen Präsentation genauso abzuliefern. Hier kommen ein paar Tricks einiger guten Redner.

„Stay hungry, stay foolish“ wie Steve Jobs

Steve Jobs war zweifelsohne einer der brillantesten Redner unserer Zeit. Dabei sind seine Reden meist nach dem Standardprinzip Einleitung, Hauptteil und Schluss aufgebaut. Während die Einleitung als „Hook“ dazu dient, die Aufmerksamkeit des Zuhörers zu gewinnen, ist der Schlussteil dazu da, um Kernbotschaften und Handlungsappelle zu wiederholen und zusammenzufassen. Vor allem letzterer Teil wurde von Jobs nahezu perfektioniert. „Stay hungry, stay foolish“ – dieser Satz aus seiner berühmten Rede an der Stanford University 2005 wurde zum geflügelten Wort. Ebenso legendär ist „One more thing…“, mit dem Jobs am Ende jeder Apple Keynote betont beiläufig die Vorstellung spektakulärer Produktneuheiten einleitete. Der Satz avancierte zu seinem Markenzeichen. Für dich heißt das: Beende deine Rede mit einer pointierten Aussage, die du allen mitgeben möchtest. Selbst wenn dein Publikum den ganzen Vortrag vergessen sollte – die letzte Message muss für einen Wow-Moment sorgen und im Gedächtnis hängen bleiben.

Storytelling à la Oprah Winfrey

Als die US-TV-Moderatorin Oprah Winfrey 2018 als erste farbige Frau den Golden Globe für ihr Lebenswerk erhielt, begann sie ihre Dankesrede mit einer Anekdote aus ihrer Kindheit: Sie beschrieb eindrücklich, wie sie als kleines Mädchen im Fernsehen die Oscarverleihung 1964 sah, bei der Sidney Poitier als erster afroamerikanischer Schauspieler den Oscar gewann – und verband anschließend diese private Geschichte mit einer kämpferischen Rede für Frauen- und Bürgerrechte. Zugegeben: Privates auf der großen Bühne preiszugeben fällt uns schwer, es macht Vorträge jedoch um ein Vielfaches persönlicher und damit glaubwürdiger und authentischer. Steige also anstatt mit einer Standardeinleitung à la „Guten Tag, heute möchte ich über XY reden“ mit einer persönlichen Geschichte ein. Schließlich liebten wir schon als Kinder gute Geschichten. Sie soll dabei nicht nur Einleitung sein, sondern kann den roten Faden bieten, entlang dem deine Key Messages transportiert werden. Gestalte deinen Vortrag also nicht wie eine Unterrichtsstunde oder eine Predigt.

Barack Obama – auf den Stimmeinsatz kommt es an

Ex-US-Präsident Obama ist ein charismatischer Redner. Obamas Stimme weckt Vertrauen. Er spricht langsam, betont und setzt genau an den passenden Stellen zu einer dramatischen Pause an. Kommt er bei einer wichtigen Passage an, so spricht er etwas lauter. Klang, Ton, Lautstärke – unsere Stimme hat eine unglaubliche Range. Und sie hat großen Einfluss auf den Zuhörer. Wut, Aufregung, Freude – all diese Emotionen werden durch die Stimme transportiert. Deshalb: Genauso wie sich Sportler vor einem Spiel aufwärmen, so sollten auch Redner das vor einem Vortrag tun. Beim Sprechen sind nämlich unzählige Muskeln mitinvolviert. Eine gute Aufwärmübung ist es einfach mal eine Minute lang mit den Lippen zu blubbern. Dabei lösen sich sämtliche Verkrampfungen in der Zungenmuskulatur. Was man auch machen kann, um den Vortrag nicht in quietschender Stimmlage zu beginnen: Leise die Wochentage vor sich aufsagen und nach „Sonntag“ in die Rede starten.

Marion Koppitz ist Gründerin, Gesellschafterin und CEO von i-pointing, einem Anbieter für Präsentationserstellung.


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